Von den Punischen Kriegen weiß ich nur noch, dass es drei waren. Und Punien war in Wirklichkeit Karthago, wurde von den Phöniziern gegründet und heißt heute Tunesien. Irgendwann nach den Kriegen ist wohl diese Schiff als Handelsschiff benutzt worden und vor Marsala gesunken.
Und was den Ingenieur freut: Die hatten damals schon Dübel. Unten sieht man hölzerne Dübel, die mittels eines Nagels aufgespreizt wurden.
Naja und das kennt man ja: Jede Menge Amphoren. Große dünne, kleine Dicke, ... Aber interessant war, dass die Behälter mit Harz abgedichtet wurden. Wäre auch schade, wenn der ganze Alkohol ausdampft.
Angeblich kann man sogar nachweisen, woher der Wein jeweils kam. Weil die Amphoren je nach Region unterschiedliche Formen und Verzierungen hatten. Bocksbeutel war aber keiner dabei. Eines haben sie jedenfalls alle gemeinsam: Sie fallen um! Warum ist das damals niemandem aufgefallen?
Und so muss das Schiff wohl ausgesehen haben. Was man alles aus ein paar Stücken Holz "rekonstruieren" kann.
Interessant ist, dass alle Bauteile mit Buchstaben versehen waren. Das Schiff wurde offenbar nach einem Standard-Bauplan gebaut. Quasi in Serienfertigung. Ich habe mal hier den Bauplan rekonstruiert:
Das gleiche gibt es dann auch noch in römisch:
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| Noch ein Alkohol-Transport. Haben die heimlich genippt? |
Der archäologische Park umfasst aber nicht nur diese Ausstellung, sondern auch ein ganzes Gelände, auf dem mal eine Stadt stand. Erst muss die wohl griechisch gewesen sein, später römisch. Und was die nicht alles vergraben haben da:
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| Statuen... |
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| Schnickschnack für die Schrankwand... |
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| ...und ganze Straßen! |
Das letzte war die Hauptstraße. Sehr fortschrittlich war, dass diese Straße autofrei war. Da waren Stufen eingebaut und daraus konnte man rückschließen, dass sie dem Fußgängerverkehr vorbehalten war.
Man hat auch eine "insula", einen Häuserblock freigelegt. Den hat wohl ein reicher Römer komplett gekauft und daraus sein Luxushaus gebaut. Da gab es ein eigenes Bad mit allem was so üblich war.
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| Wunderschöne Mosaiken |
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| Fußbodenheizung, zumindest Reste vom doppelten Boden |
Schönstes Wetter! Sizilien will, dass ich es in guter Erinnerung behalte.
Meine zweite Anlaufstelle war dann eine Saline. Das war eine Anlage, in der Meerwasser in große flache Becken gepumpt wurde und nach dem Austrocknen blieb das Salz zurück. Zum pumpen wurden Windmühlen verwendet (hat man jetzt wieder) und ich kann sagen, dass Wind dort gut verfügbar war.
Leider waren die Salinen auf Sardinien irgendwie billiger und daher hat man aufgegeben. Die Becken sind inzwischen ein Biotop mit allem von Bakterien über Algen bis Fischen.
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| Da fehlt nur ein Flügel... |
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| Flamingos! Die sind echt! |
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| Salz. Bergeweise. |
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| Das Salz ist relativ grob. Und dreckig... |
Naja und da waren wir dann schon fast an der letzten Station: Das Bergdorf Erice. Ganz hinten sieht man einen Berg, der hier aus der Ebene heraussteht als würde er nicht dazugehören. Er ist 750 Meter hoch und außenrum ist alles fast auf Meereshöhe.
Ängstliche Gemüter können da mit der Seilbahn hochfahren, die ganz Harten fahren mit dem Auto hoch. Was sind schon eine halbe Stunde Serpentinen fahren. Von meiner eigenen Fahrerei ist mir noch nie schlecht geworden. Oben gab es ausreichend Parkplätze, aber ich bin mir sicher, dass das im Sommer nicht so einfach ist.
Belohnt wird man dann mit wunderschönen Ansichten einer mittelalterlichen Stadt, die touristisch bestens erschlossen ist. Ich glaube, dass da im Sommer die Hölle los ist.
Im Winter dagegen ist es angenehm. Also relativ angenehm bei 11 °C und starkem Wind, den man auf dem Foto nicht so ganz sieht.
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| Da friert jemandem das Lächeln ein. |
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| Neuschwanstein für Arme? |
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| Also Italiener lieben ihr Eis. Im Winter schmilzt es auch nicht so schnell. |
Ich hatte vorher gelesen, dass eine lokale Spezialität Siziliens das Pane con la Milza ist (Milz-Brötchen). Das sind gebratene Milz-Scheiben auf einem Brötchen. Naja, man muss ja alles probieren.
Ähm. OK. Ich habs probiert. Einmal reicht. 🤢
Na und langsam hat sich der Tag geneigt. Und da war es höchste Zeit, noch ein paar schöne Fotos von der Aussicht zu machen.
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| Man sieht die Saline! Genau links neben dem Baum. |
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| Gut, dass ich die Mütze endlich doch noch brauchen konnte! |
In der Stadt ging es genau so eng zu, wie man es sich vorstellt. Was ich in dem Moment noch nicht wusste: Hier musste ich mit dem Auto durch. Gut dass es kein Mercedes S 500 war.
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| Fernverkehr hier lang |
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| Weihnachtsmarkt im Zentrum. Diesmal keine Palmen. |
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| In der Pasticcheria. Mmmmmh! |
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| Genovese mit Creme, eine sizilianische Spezialität!?! |
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| Noch schnell eine Kirche... |
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| ...und ein paar Abendstimmungsfotos. |
So, das wars. Der Rückflug war ganz OK. Diesmal hielt sich die Verspätung in Grenzen. Ich hatte schrecklichste Befürchtungen, weil der Rückflug mit genau der Maschine stattfindet, die aus Nürnberg kommt und die bei mir 3 Stunden Verspätung hatte.
Hier die Nürnberg-Palermo-Verbindung. Kein Ding.
Besonders nett hat sich Sizilien auch nochmal auf dem Flughafen gezeigt. Da stand ein Konzertflügel rum. Jemand hat sich hingesetzt und angefangen zu spielen. Nach einiger Zeit standen jede Menge wartender Passagiere drum herum und haben mitgesungen.
Letzte Anmerkungen zum Autoverkehr
Es ist nicht leicht, als Deutscher mit dem sizilianischen Verkehrsverhalten zurecht zu kommen. In den Innenstädten kann es richtig stressig werden. Aber das liegt daran, dass dort andere Regeln gelten als bei uns.
Es gibt dort nicht viele Ampeln und wenn man als Linksabbieger aus einer Seitenstraße kommt, dann ist das halt manchmal ein Problem. Die Lösung: Man nimmt den anderen ganz langsam und Stück für Stück die Vorfahrt, solange, bis einer nachgibt oder nachgeben muss. Und dann fährt man.
Als Deutscher ist man darauf nicht gefasst und sieht in erster Linie, dass einem die Vorfahrt genommen wurde. Aber so ist das da halt. Es funktioniert, wenn man das weiß.
Problematisch ist wieder, dass man so auch eine Straße überquert. Das bedeutet, dass man auf Fußgänger achten muss, die plötzlich auf die Straße laufen können. Alle müssen also gut aufpassen und auf alles gefasst sein.
Der Vorteil: Wenn man mal was übersieht, z.B. ein Stop-Schild, dann passiert nichts, weil die anderen auf sowas gefasst sind.
Gehupt wird eigentlich nur, wenn man sich nicht irgendwo reindrängelt, sondern wartet, bis die Straße frei ist.
Nach einer Woche bin ich ganz gut zurecht gekommen.
Fazit
Grundsätzlich war es eine gute Idee, im Dezember nach Sizilien zu fliegen. Auch wenn vielleicht nicht jede Eisdiele geöffnet hatte. Zum Ausgleich musste ich praktisch nie irgendwo anstehen.
Vielleicht hatte ich mit dem Wetter nur Glück. Aber für mich war es genial. Geregent hat es zweimal nachts und einmal ein bisschen am Vormittag. Das war absolut OK.
Gelernt habe ich, dass Sizilien größer ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Es wäre geschickter gewesen, nur einen Bereich zu besuchen und einen zweiten Besuch einzuplanen. Ich habe bei Weitem nicht alles gesehen und gemacht, was ich vorgehabt hatte. Außerdem wäre dann nur ein Wohnungswechsel angefallen. Das wäre irgendwie angenehmer gewesen.
Alle Apartments waren völlig in Ordnung. Ich hatte solche ausgesucht, die eine hohe Bewertung haben. Ich hatte irgendwo gelesen, dass man darauf achten sollte, dass die Wohnung eine Heizung hat. Oh ja! Nachts war es schon recht kühl. Die Heizungen bestanden aber jeweils aus einem Klimagerät, das an der Wand hing. Es hatte schon immer eine Zeit gedauert, bis es warm wurde. Ich schätze, dass die Wohnungen nicht viel bewohnt waren und einfach ausgekühlt sind.
Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen. Im März soll es da ja auch schon wieder sehr schön sein...





































































