4.12.23

Von Palermo nach oben und unten

Der Plan für heute: Wohnungswechsel, von Palermo in den Süden. Weil Cefalu so schön sein soll hatte ich einen Abstecher dahin geplant. Vorher musste ich natürlich zurück zum Flughafen, um da mein Auto abzuholen. Und so sieht das alles auf Google Maps aus:

Teil 1: Palermo Flughafen nach Cefalu

Teil 2: Cefalu nach Ispica

Der Plan hat auch fast funktioniert...

Das Auto musste ich vom Flughafen abholen, weil ich es zum Schluss auch da wieder abgeben will. Da ich auf meinen Zug noch etwas warten musste, konnte ich an einer größeren Straße noch ein bisschen den Verkehr beobachten. Es ist immer wieder faszinierend.

Für Motorräder gilt:

  • Der Kinngurt sollte nicht geschlossen sein. Andernfalls ist der Helm bei einem Unfall nicht schnell genug abzunehmen.
  • Zu jeder Zeit muss man in der Lage sein zu telefonieren. Es könnte ja sein, dass man was verpasst. Dabei stört auch nicht, wenn man nicht mehr richtig bremsen kann.
  • Unter keinen Umständen darf ein Motorrad oder -roller einem Auto den Platz wegnehmen. Motorräder füllen den sonst ungenutzten Raum zwischen den Fahrspuren aus.

Am Flughafen habe ich recht schnell den Leihwagen-Schalter gefunden. Ich wusste vorher, dass die Kaution auf meiner Kreditkarte reserviert wird. Und es wird überall gewarnt, dass das nicht mit einer "Debit"-Kreditkarte (wie meine VISA-Karte von ING) geht. Zum Glück habe ich aber noch eine echte Kreditkarte von der Hanseatic-Bank.

Die wurde dann auch gleich zweimal abgelehnt. Natürlich wurde die ING-Karte akzeptiert. 🤪 Egal, ich hatte ein Auto.

Ich habe ein "Kompakt-SUV" gebucht und auf dem Foto war es ein Jeep Renegade. Davon fahren hier ganz viele rum, weil Jeep zum FIAT-Konzern gehört und das eigentlich ein frisierter FIAT 500L ist. Stattdessen ist es ein Kia Stonic geworden. Nie gehört von sowas. Naja, für 100 € und 6 Tage (mit allen Versicherungen!) kann man nicht viel erwarten, dachte ich.

Aber: Das Auto ist großartig! Es hat Carplay und ich kann mit Google Maps über das eingebaute Display navigieren. Außerdem hat es eine Spurhalte-Funktion, DAB-Radio, Rückfahrkamera und ich habe es heute mit unter 6 Liter (Benzin) gefahren.

Der Motor ist nicht überwältigend, aber was will man mehr?

Woran ich nicht gedacht habe: Ich wollte ja nach Osten und das hieß, mittags durch Palermo zu fahren...

Hier ist gerade alles ganz ordentlich. Aber ich habe Dinge gesehen... Warum sollte man z.B. nur zu zweit nebeneinander fahren, wenn jemand die beiden Fahrspuren so breit gemacht hat, dass auch drei Autos hin passen? Und warum sollte dann nicht noch ein Motorroller dazwischen passen? Oder zwei?

Irgendwie bin ich aber wieder aus Palermo rausgekommen und war dann gegen 14:30 Uhr kurz vor Cefalu:

Oben auf den Felsen, da wollte ich hin. Ich habe dann relativ schnell einen Parkplatz gefunden und bin los. Der ganze Berg ist natürlich eine historische Stätte und da kann man schon 5 € dafür verlangen. Aber OK, es hat sich rentiert.

Blick auf die Stadt - mythisch

Stadt und Meer

T-Shirt-Wetter!

Der Diana-Tempel aus der Ferne

Endlich ganz oben - auf den alten Steinen, die wohl mal eine Burg waren

Mmmmh! Brotzeit auf italienisch.

Ganz hinten noch mehr Steine

Der Dianatempel. Wahrscheinlich eine Umschreibung für ein antikes Freudenhaus... Wer war eigentlich diese Diana?!? Von wegen göttlich.

Vier Uhr und die machen schon langsam die Lichter aus!

Mei schee!

Da isser ganz begeistert!

DREI Kalorien bis zur nächsten Sehenswürdigkeit. So wird das nichts mit abnehmen.

Aaaaaaah!

Runter in die Altstadt. Genau wie man's kennt.

Sogar in der historischen Altstadt gibt es Automaten-Shops. Aber OK, eine Flasche Wasser für 1 €, da kann man nicht meckern.

Aaaaaah, Teil 2.

... und Teil 3. Langsam geht das Licht echt aus.

Er war auch da.

Streetfood, Teil 2:

Wer sich auf einen Berg hoch und wieder runter gekämpft hat, der darf mal was essen. Heute auf dem Speiseplan: Cannolo. Das Ding ist pervers. Es ist eine Röhre aus knusprigem Teig, gefüllt mit einer Vanille-Creme. Oben drüber gibt es noch Verzierungsnüsse und -pistazien.

Mmmmm!

Da stopft er sichs rein. Und hinterher ist ihm dann wieder schlecht!

Letzter Blick auf die Stadt über blaue Blümelein hinweg...

Ja und dann kam der zweite Teil des heutigen Plans. Tatsächlich bin ich schon um fünf Uhr in kompletter Dunkelheit losgefahren und hatte noch über drei Stunden Fahrt vor mir. Eigentlich war ja der Gedanke, dass man während der Fahrt noch was vom Inneren der Insel sieht. Aber da war nichts. Nur schwärzeste Schwärze.

Naja, und als ich dann an der Ferienwohnung ankam, da war sie nicht da, die Fereinwohnung. Der Vermieter spricht in etwa so gut Englisch wie ich Italienisch. Es war schwierig. Aber zum Schluß haben wir herausgefunden, dass ich an der falschen Adresse war. Irgendwie gibt es die Straße zweimal und Google schickt mich nachvollziehbar immer zur falschen Straße. Die "Cava Ispica" hat wohl irgendwie zwei Enden.

Jedenfalls bin ich im Stockdunkeln über eine Straße ohne Markierungen irgendwo hingefahren. Der Vermieter hat mir seine Koordinaten über WhatsApp geschickt. Genauso gut hätte er mich in einen abgelegenen Steinbruch schicken und von seinen Kumpels ausrauben lassen können. Ist aber nichts passiert. "Cava" heißt laut Google Übersetzer übrigens Steinbruch.😮

Ja und da bin ich jetzt und wohne für drei Tage über einer historischen Mühle mit Museum. Wenn es blöd läuft, schauen mir morgen die deutschen Touristen ins Fenster...


Das wars mal wieder. Abendessen wäre nicht schlecht gewesen. Langsam wird mal eine Pizza fällig. Und rasieren kann ich mich auch nicht. Am Flughafen Nürnberg waren sie nämlich der Meinung, dass Rasierklingen gefährlich sein könnten. Verstehe ich nicht. Aber morgen. Morgen hole ich das alles nach.

No comments:

Post a Comment