Heute war Wohnungswechsel angesagt. Aus dem Südosten sollte es ganz in den Westen gehen. Wie schon gestern geschrieben stand als erstes noch der Besuch des Wohnhauses von Commissario Montalbano an. Danach war ein Zwischenhalt im Tal der Tempel bei Agrigent geplant und schließlich noch der Einzug in die letzte Unterkunft in diesem Urlaub in Mazara.
Ich nehme es gleich vorweg: Der Tag war ein Highlight!
Insgesamt hatte Google Maps ungefähr viereinhalb Stunden Fahrzeit vorhergesagt. Es waren wohl eher fünf Stunden. Ich bin aber zeitig aufgebrochen und durch die Unterbrechungen war es erträglich.
Und hier ist jemand auf eine kreative Idee zum Geldverdienen gekommen. Ein Parkplatz mit Gebühr. Auf dem Schild steht "Piazza Vigata", das ist die erfundene Ortschaft, in der die Krimis spielen.
Und das ist das Haus, das wahrscheinlich Millionen von Italienern jederzeit erkennen würden. Wiedermal muss ich sagen: Im Fernsehen sieht alles viel größer aus. Auch hier hatte jemand eine Idee zum Geldverdienen. Man kann das Haus besichtigen. Das war mir aber dann doch zu albern.
Die Piazza dahinter hat man in Piazza Camilieri umbenannt. Alle die aufmerksam mitgelesen haben wissen, dass das der Romanautor ist, der die Krimis geschrieben hat. Zufällig ware er gerade da und wir haben ein Foto miteinander gemacht.
Ja und wie gesagt, was gibt es schöneres als Sonne, Sand und Wellen. Zum reinspringen war es vielleicht doch etwas zu frisch. Aber in die Ferne blicken, das ging ganz hervorragend.
In die Nähe blicken ging auch!
Weils so schön ist: Noch ein Leuchtturm-Foto. Hier leuchtet er sogar zufällig: Die Sonne spiegelt sich im Glas. Wer jetzt meint, dass ich zuviele Fotos poste: Ihr habt ja keine Ahnung, was ich alles nicht poste. Es fällt wirklich schwer, all die schönen Fotos wegzulassen...
Seufz!
Und was fehlt zum perfekten Ausklang des italienischen Strandspaziergangs? Natürlich Cappuccino und ein Cornetto.
Auch wenn es schwer fiel, irgendwann musste ich weiter. Ich hatte ja noch mehr vor. Bis Agrigent waren zwei Stunden abzufahren. Dabei konnte man auch sehen, dass Sizilien kein Disneyland ist und dass da auch nicht alle vom Tourismus leben. Ich bin die Küste entlag gefahren und die Straßen in der Gegend sind eher kümmerlich. Die Hauptstraße nach Agrigent war irgendwas zwischen Landstraße und Bundesstraße. Und über weite Strecken gab es diese Plastik-Gewächshäuser. Erinnert mich an die spanische Südküste, da haben wir das auch schon gesehen. Und hier im Süden gab es auch jede Menge Müll entlang den Straßen. Das haben wir schon auf dem Festland gesehen, als wir in der Gegend von Bari Urlaub gemacht haben. Bäh!
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| Treibhäuser. |
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| Reste. |
Aber irgendwann, ganz unvermittelt fährt man dann auf sowas zu. Sehr erhebend. Auf dem Foto ist der Tempel nicht so gut zu sehen, vielleicht mal anklicken...
Was ich ja gerne mal wüsste ist, warum das da Valle dei Templi heißt, wenn doch die Tempel alle auf dem Hügel stehen!?!
Jedenfalls, 13 € und ein Parkticket später kann man dann solche Fotos machen:
Sehr beeindruckend! Und dabei muss man noch bedenken, dass die Griechen das vor über 2800 Jahren gebaut haben. Da war der Bausparvertrag noch gar nicht erfunden!
Man kann dann übrigens auch allerliebste Fotos ohne Tempel machen. Man sieht schon: Die Lage ist beim Bauen ganz wichtig. Das war schon bei den Griechen so.
Nach den Griechen kamen die Römer und haben ca. 500 Jahre später die alten Bruchbuden wieder aufgemöbelt. Dadurch konnte man sie nochmal so gut 1000 Jahre nutzen.
Irgendwann kamen die Christen auf die Idee, dass man in die Festungsmauer, die außenrum stand auch Löcher schlagen und dann da seine Toten reinlegen könnte. Ja, naja, warum nicht.
Zwischendrin mal eine Agave, die zum Baum geworden ist. Man sagt, das macht sie genau einmal in ihrem Pflanzenleben. Ich habe das Teil auf 8 Meter geschätzt. Laut Wikipedia sind auch 12 Meter drin.
Ja, dann kam der nächste Tempel, der sogar noch besser erhalten war als der erste.
Und als nächstes kam ein botanischer Garten. Naja, kann man ja machen. Hier hat wieder einiges um die Wette geblüht, darunter der Rosmarin. Für Dezember nicht schlecht.
Zur Abwechslung noch ein paar Christengräber. Es gibt bestimmt schlechtere Orte, um begraben zu werden (bzw. um begraben gewesen zu sein). Alle Gräber waren leer. Ich habe geschaut.
Mehr Blüten.
Und dazwischen mal ein Kaktus, lose eingestreut.
Das Haus da war genau meine Größe. Wie gesagt, einen Turm bräuchte es halt.
Dann noch ein Tempel. Damit es nicht so eintönig wird. Der hier hat aber schon arg gelitten.
Und so hätte es aussehen sollen.
Wenig bekannt ist ja die Theorie, wonach diese Tempel als Komplettbausatz geliefert wurden. Bei vorliegendem Tempel haben die Erbauer aber Schwierigkeiten mit der Aufbauanleitung gehabt und irgendwann hingeschmissen. Das war also nie ein fertiger Tempel! Als dann auch noch zwei Tempel-Schrauben gefehlt haben ging der Streit los, wer daran Schuld ist. Bei der Kundendienst-Helpline konnte dann auch keiner Helfen, weil die Schrauben im Moment 12 Wochen Lieferzeit haben. Und dann hatten sie schon gar keine Lust mehr.
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| Die Welt kann auch ohne Tempel schön sein. |
Naja und dann halt noch ein Tempel. Von dem stand dann aber wirklich nicht mehr viel. Zum glück sind den Griechen dann die Hügel ausgegangen. Sonst wäre das ewig so weiter gegangen.
Man muss es einfach sagen, nach zwei Tempeln hat man es verstanden. Beim vierten hat sich das Staunen schon etwas abgenutzt. Ich hätte sehr gern nur zwei Tempel für 6,50 € angeschaut. Aber dann wäre ich ein Kulturbanause und das wäre auch irgendwie peinlich.
Auf dem Rückweg gab es noch Ziegen. Hat irgendwas mit Griechen, Afghanistan und einem exzentrischen Engländer zu tun. Ich will lieber keine Details wissen. Jedenfalls sind das doch die Rentiere des Südens, oder? Wenn man die vor den Schlitten spannt? Sehr festliches würdevolles Geweih!
Na und dann ging langsam die Sonne unter und da sind ein paar Bilder entstanden, da bleibt einfach kein Auge trocken:
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| Das scheint der gefallene Ikarus zu sein. Sollte der nicht auf Kreta liegen? |
Bei der Abfahrt konnte ich dann vom Auto aus noch sehen, dass die Tempel nachts beleuchtet sind. Hätte ich Zeit gehabt zu warten bis es dunkel war, dann wäre das bestimmt auch sehr beeindruckend gewesen.
Gegen 19 Uhr bin ich wohlbehalten in Mazara angekommen. Von der Stadt habe ich aber nicht mehr viel gesehen.
Meine Wohnung ist ungefähr 100 m vom Hafen weg. Sehr malerisch. Und so bin ich heute wahrscheinlich nie mehr als 5 km vom Meer weggewesen (Also meistens. Also vielleicht auch manchmal nur in Sichtweite. Gefühlt auf jeden Fall). Und es gab so viel Sonne, dass ich glaube ich habe einen leichten Sonnenbrand.
Noch ein paar Sätze zu den weiteren Erkenntnissen zum Straßenverkehr. Ein großes Rätsel sind mir noch immer Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die Schilder werden nicht direkt ignoriert, aber vielleicht mehr so als Anregung verstanden?
Jedenfalls muss man Außerorts streng darauf achten, mindestens 20 km/h schneller zu fahren. Alles andere ist zu gefährlich. Niemand rechnet mit so einem Verkehrshindernis und gewagte Überholmanöver wären die Folge.
Innerhalb geschlossener Ortschaften sollte man mindestens 10 km/h mehr fahren.
Außerorts kann ich mir auf die Begrenzungen oft keinen Reim machen. Warum muss auf einer Autobahn an einer ganz normalen Auffahrt auf 80 km/h begrenzt werden? Die Leute sehen das hier genauso und fahren einfach mit 120 durch. Wahrscheinlich wissen die Behörden, dass eh alle schneller fahren. Und daher legen sie die Begrenzungen immer 20 km/h niedriger. Und die Autofahrer wissen das und fahren mal mindestens 20 km/h schneller.
Manchmal ist auch einfach die Geschwindigket auf der Bundesstraße auf 50 begenzt. Ohne einen vernünftigen Grund. Auch da fährt man halt dann einfach mit 100 durch.
Ich hoffe, dass die im Moment keine Zeit zum blitzen haben. Ich hänge doch so an meinem Führerschein.
































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